CNI: Einleitung
Wie wir schon bei unserer Einführung erwähnt haben, gehören die Nieren leider mit zu den Organen, die mit fortgeschrittenem Alter schwächer und anfälliger für Erkrankungen werden.
Grob unterteilt man Nierenerkrankungen in akute (=unmittelbare) und chronische (=langsam verlaufend) Formen ein.
Anstatt „Erkrankung“ spricht man bei der Niere auch von „Insuffizienz“, weil sie ihre Aufgaben nicht mehr ausreichend (=suffizient) erfüllen kann.
Bei der akuten Niereninsuffizienz ANI ist eine Heilung möglich; bei der chronischen Niereninsuffizienz CNI dagegen nicht.
Eine eingeschränkte Nierenfunktion und dadurch Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Blut von mehr als 2 Wochen wird als chronische Niereninsuffizienz CNI bezeichnet.
CNI ist eine Erkrankung von der viele ältere Hunde und Katzen betroffen sind.
Dies gilt besonders für Katzen. Über 10% aller Katzen über 10 Jahre und sogar 30% aller Katzen ab einem Alter von 15 Jahren weisen eine eingeschränkte Nierenfunktion auf.
CNI gilt als die häufigste Todesursache bei Katzen!
Bei Hunden tritt die Erkrankung gehäuft bei Pudeln, Berner Sennenhunden und Yorkshire Terriern auf.
Wesentlich seltener wird CNI bei jungen Tieren diagnostiziert. Hier spielen meist angeborene, fortschreitende Nierenerkrankungen, zum Beispiel die PKD, Polycystic Kidney Disease, bei Katzen (Besonders Perserkatzen), eine ursächliche Rolle
Sehr typisch für CNI ist der schleichende Verlauf. Erst wenn bereits 80 – 85% der Nephrone zerstört sind, kommt es zu klinischen Symptomen. Bis zu diesem Punkt werden die Aufgaben der zugrunde gegangenen Nephrone durch Mehrarbeit der funktionsfähigen ausgeglichen. Die Niere kann also sehr gut kompensieren. Allerdings führt die Überbelastung wie in einem Teufelskreis zu einem immer schneller fortschreitenden Untergang weiterer Nephrone.
| Man nimmt an, dass es beim Verlust von funktionellem Nierengewebe zu einer kompensatorischen Hypertrophie der verbleibenden Nephrone kommt. Die erhöhte Filtrationsleistung der hypertrophierten Nephrone soll den Druck in den Glomerula erhöhen und so zu einer Schädigung derselbigen führen. (Neiger R. Krankheiten der Niere und der ableitenden Harnwege. In Horzinek M, Schmidt V, Lutz H, Hrsg. Krankheiten der Katze. Stuttgart: Enke Verlag; 2005: 403) |
Die Anfangsstadien einer Niereninsuffizienz bleiben daher bei vielen Tieren als latente Erkrankung über Monate bis Jahre unerkannt.
Dieser weit zurückliegende Beginn der Erkrankung ist auch der Grund, weshalb viele auslösende Ursachen nicht mehr ermittelt werden können.
Häufig findet man bei einer Nierenbiopsie lediglich den Ersatz von funktionstüchtigem Nierengewebe durch narbiges Bindegewebe.

